Giants of the Genre: Interviews with Science Fiction, Fantasy, and Horror's Greatest Talents
"Tür ins Dunkel / The Door to December"
(Signet, Paperback, 1. überarbeitete Auflage, 2002, gelesen: Februar 03)
"Little Melanie has been kidnapped when she was only three. She was nine when she was found wandering the L.A. streets, with blank eyes. What had become of her in all those years of darkness ... and what was the terrible secret, clutching at her soul, that she dared not even whisper?
Her loving mother and the police desperately hunted for the answer. They needed Melanie to help get to the bottom of the most savage scene of carnage the city had ever seen. And they would do anything to save her from whatever dreadful force or thing had invaded her young life. But first they would have to save themselves from a rising tide of terror ... and from an icy evil howling through ... The Door to December."
Sechs Jahre lang werden mit der kleinen Melanie grauenvolle Experimente durchgeführt, aber die beteiligten Wissenschaftler (darunter ihr eigener Vater) haben keine Ahnung, was sie damit freisetzen. Als sie nach sechs Jahren endlich wiedergefunden wird, ist sie autistisch, lebt zurückgezogen in ihrer eigenen Welt und hat eine panische Angst vor dem, was durch die "Door to December" kommen kann. Ihre Peiniger sterben einer nach dem anderen auf grauenvolle Weise, was einem als Leser aber nicht besonders leid tut, nachdem man erfahren hat, was Melanie durchmachen musste.
Das Buch, das Koontz bereits 1985 unter einem anderen Namen geschrieben hat, ist ein solider Horror-Thriller mit eindeutigen 'Page-Turner'-Qualitäten. Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht und Kapitel um Kapitel muss man einfach weiterlesen. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch schon 18 Jahre alt ist, aber es enthält einige 'Klassiker' des Genres, die einen ab circa der Hälfte der Geschichte darauf kommen lassen, worum es geht und worauf das Ganze hinausläuft. Aber es tut der Spannung absolut keinen Abbruch. Und daran merkt man, was für ein genialer Thriller-Autor Dean Koontz ist.
[Dorothée Büttgen, März 03 - Für Fragen und Kommentare gibt's das Forum]
"Der Geblendete / From the Corner of his Eye"
(Headline Book Publishing, Paperback, 8. Auflage, 2001, gelesen: April 05)
"Bartholomew Lampion is blinded at the age of three, when surgeons reluctantly remove his eyes to save him from a fast-spreading cancer, but although eyeless, Barty regains his sight when he is thirteen. This sudden ascent from a decade of darkness into the glory of light is not brought about by the hands of a holy healer. No celestial trumpets announce the restoration of his vision, just as none announced his birth. A rollercoaster has something to do with his recovery, as does a seagull. And you cannot discount the importance of Barty's profound desire to make his mother proud of him before she dies. The first time she died was the day Barty was born: January 6, 1965."
Koontz' beste Monster sind reale Menschen. Ein Paradebeispiel dafür ist Junior Cain. Er ist ein Mann, der sich selbst für das Beste hält, was die Evolution hervorgebracht hat. Scheinbar ungeplant und nebenbei begeht er seinen ersten Mord, um zu sehen, wie es sich anfühlt. Von seinen 'Heldentaten' erfährt man direkt nur das, was er selbst preisgeben möchte. Seine 'Pannen' und 'Fehlschläge' erfährt man eher nebenbei durch Dritte Personen. Das ist ein sehr witziger stilistischer Schachzug. So abgrund tief böse wie Junior ist, so unglaublich gut sind alle anderen Protagonisten, allen voran Agnes Lampion und ihr Sohn Bartholomew. Wie meist bei Koontz treffen sich alle Einzelschicksale an einem Punkt und am Ende wird alles gut. Aber der Weg dahin ist klassisch gut, mit interessanten stilistischen Details. Nicht verpassen.
[Dorothée Büttgen, Juni 05 - Für Fragen und Kommentare gibt's das Forum]
"Bote der Nacht / One Door away from Heaven"
(Headline, Paperback, 5. Auflage, 2002, gelesen: November 04)
"Micky Bellsong has a history of making wrong choices; she wants to change but can't find her way. She is living, temporarily, with her aunt in a dusty trailer park on the far edge of the Californian dream. There she meets Leilani Maddoc, a precocious, radiant, dazzlingly charming nine-year-old. Although Leilani's left leg requires a brace and her left hand is deformed as well, she is bouyant and indomitable; her great spirit begins to inspire change in Micky.
But under Leilani's charm and buoyancy, Micky also senses a quiet desperation and a fear that the girl dares not express. Then the Maddoc family disappears.
Micky is convinced that Leilani's life is in danger, and no one seems to care but Micky herself. To the surprise of everyone who knows her - indeed, surprising even herself - Micky is for the first time living for something bigger than her own desires, for someone other than herself. She sets out across America to track and to find the Maddocs, alone and afraid but increasingly obsessed - and discovers that she has pitted herself against an adversary as fearsome as he is cunning."
Drei Personen, die anscheinend nichts miteinander zu tun haben, spielen die Hauptrollen in diesem unglaublich spannenden Thriller von Dean Koontz. Der erste Handlungsstrang wird bereits im Klappentext beschrieben: Die gerade aus dem Gefängnis entlassene Micky lernt im Trailerpark ihrer Tante die 9-jährige altkluge Leilani kennen. Als Leilani und ihre Familie kurze Zeit später verschwinden, fürchten Micky und ihre Tante um das Leben der Kleinen und Micky begibt sich auf die Suche. Das ist aber bei weitem nicht die ganze Geschichte, um die es hier geht.
Ein kleiner Junge ist zusammen mit einem Hund auf der Flucht vor den Mördern seiner Mutter. Das Band zwischen dem Jungen und dem Hund wird immer stärker und der Junge enthüllt immer neue Fähigkeiten, sodass man sich fragt, was denn eigentlich mit ihm los ist.
Und der Dritte im Bunde ist ein abgewrackter Ex-Polizist, der jetzt als Detektiv arbeitet und sich aufopferungsvoll um seine totkranke kleine Schwester kümmert.
Wie hängt das alles zusammen und was haben sie miteinander zu tun? Auf über 750 Seiten kämpfen sie ums Überleben und das ist so spannend, dass man das Buch nicht mehr weglegen möchte. Und eine gehörige Portion Komik ist zum Glück auch noch mit drin. Am besten hat mir an dem Buch gefallen, dass es nicht so vorhersehbar ist, weil z.B. "Tür ins Dunkel". Stück für Stück erfährt man die (teilweise unglaublichen) Zusammenhänge und man muss einfach wissen, wie es weiter geht. Wer sich von der Dicke des Buches nicht abschrecken läßt, der kann sich auf spannende Stunden freuen!
[Dorothée Büttgen, November 04 - Für Fragen und Kommentare gibt's das Forum]
"Kalt / By the Light of the Moon"
(Bantam Books, Paperback, 1. Auflage, 2002, gelesen: Dezember 03)
"On the road, on a hot Arizona night, Dylan O'Conner is overpowered by a stranger who injects him with an unknown substance. All he's told is that he's the "carrier" not of a disease but of something wondrous that will transform his life in remarkable ways - if it doesn't kill him in the next twenty-four hours. Now Dylan, his autistic brother, Shep, and another "carrier", a young woman, are swept into a desperate search for the shattering truth of what they are and what they might become. But first they must elude those sent to destroy them. Their only chance to survive is to discover the meaning of the messages that Shep, with precious time running out, begins to repeat, about a man who does his work ... by the light of the moon."
Ein verrückter Arzt wählt scheinbar wahllos zwei junge Leute aus, injiziert ihnen eine merkwürdige Flüssigkeit und verschwindet, nachdem er noch ein paar mysteriöse Bemerkungen über die Wirkung der Substanz verloren hat. Und er rät Dylan und Jilly, sich auf keinen Fall von der Polizei und anderen Männern, die hinter ihnen her sein werden, schnappen zu lassen. So auf sich alleine gestellt, beginnen Dylan und Jilly, begleitet von Dylans autistischem Bruder Shep, eine wilde Flucht. Von Tag zu Tag entwickeln sie neue mentale Fähigkeiten, anscheinend hervorgerufen durch die merkwürdige Injektion, die sie schon bald zu ihrem Vorteil nutzen können. Und dann wird ihnen auch klar, wo sie hinfahren müssen und wozu ihre Fähigkeiten gut sein können.
Der große Master-Plan, der natürlich hinter der Geschichte steckt, erschließt sich dem Leser auch erst nach und nach, genauso langsam wie den Protagonisten. Das macht die Story so spannend und unberechenbar. Natürlich stammt die rätselhafte Substanz und ihre Wirkung eher aus dem Bereich der Science Fiction, und man muss schon bereit sein, daran zu glauben und es zu akzeptieren, dann macht die Story richtig Spaß. Aber mit solchen Phänomenen wird man bei Koontz ja häufiger konfrontiert.
Manche Wortgefechte zwischen Dylan und Jilly, gerade zu Anfang der Geschichte, sind etwas arg Screwball-mäßig, aber je besser sich die beiden kennenlernen, desto seltener kommen sie vor. Und es gibt keine Liebesgeschichte, was man echt mal lobend hervorheben muss.
Gruselig ist der Roman sicher nicht, als Horror kann man ihn wirklich nicht bezeichnen. Der einzige Horror besteht in der Vorstellung, dass ein Wissenschaftler wirklich so über Leichen gehen würde, um eine solche Substanz herzustellen. Statt dessen ist es eher ein gut gemachter Science Fiction Thriller mit einer Prise Comedy. Lesenswert.
[Dorothée Büttgen, Februar 04 - Für Fragen und Kommentare gibt's das Forum]